26. January 2010

Eyesi Ophthalmoskop an der Augenklinik der J.W. Goethe-Universität vorgestellt – Journalisten untersuchten virtuelle Patienten


Frankfurt am Main. An der Klinik für Augenheilkunde des Klinikums der J.W. Goethe-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Christian Ohrloff  wurde gestern ein neuer Trainingssimulator vorgestellt, mit dem Medizinstudenten und Ärzte die Augenspiegelung, die sogenannte  binokulare indirekte Ophthalmoskopie, trainieren können. Im Rahmen des laufenden Augenspiegelkurses konnten Journalisten unter Anleitung von Professoren und Medizinstudenten das neue Gerät selbst ausprobieren und die Netzhaut eines virtuellen Patienten untersuchen.

 

„Der Blick in das virtuelle Auge erlaubt es, eine Vielzahl von Erkrankungen des menschlichen Körpers zu entdecken. Studierende haben sonst nie Gelegenheit, diese Veränderungen tatsächlich an einer Netzhaut zu sehen“, erklärte Prof. Dr. Frank Koch, Leiter des Schwerpunktes Glaskörper- und Netzhautchirurgie an der Klinik für Augenheilkunde des Klinikums der J.W. Goethe-Universität.

 

Mit vielen verfügbaren Krankheitsbildern erweitert die Datenbank des Trainingssystems das Lehr- und Lernspektrum in der augenheilkundlichen Ausbildung – unabhängig von Patienten oder Testpersonen.

 

„Jetzt können wir zum ersten Mal richtig Netzhauterkrankungen diagnostizieren. Vorher haben wir uns gegenseitig untersuchen müssen. Das war oft sehr unangenehm für die Medizinstudenten, da die Augen durch die Tropfen noch Stunden nach der Untersuchung sehr lichtempfindlich waren. Außerdem hatten die meisten Studierenden keine Augenerkrankungen, die wir genauer untersuchen konnten“, erläuterte Mirna Hellis, Medizinstudentin im 9. Semester, die Vorteile des neuen Trainingssystems für die Studenten.

 

Entwickelt wurde der Simulator von VRmagic in Kooperation mit der Klinik für Augenheilkunde des Klinikums der J.W. Goethe-Universität und dem Lehrstuhl für Informatik V der Universität Heidelberg. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie förderte das Projekt. Der Prototyp wurde bereits im Augenspiegelkurs der Klinik für Augenheilkunde in Frankfurt eingesetzt und ergänzt nun als fester Bestandteil des Curriculums das bereits vorhandene Trainings-System zur Simulation von Augenoperationen.